Beim Mann gehört die Vorhaut zu den empfindlichsten Stellen des Körpers, zudem ist das Frenulum besonders dicht mit Nervenenden besetzt und wird bei der heute üblichen Form der Beschneidung meist beschädigt oder komplett entfernt.
Durch den ständigen Kontakt mit der Luft und dem Reiben an der Kleidung verliert die ungeschützte Eichel an Empfindlichkeit. Auf der vormaligen Schleimhaut bildet sich eine Keratinschicht, die mit der Zeit zu einer weiteren Desensibilisierung beiträgt . UV-Einstrahlung kann für das nun ungeschützte Organ gefährlich sein, wenn sie gar nicht oder nur durch dünne Kleidung (Badehose) abgeschwächt wird.
Die dorsale Ader, die beim Mann bis zur Spitze der Vorhaut reicht wird bei der Beschneidung in jedem Fall durchtrennt und verästelt sich mit der Zeit neu. Dies ist nicht immer problemlos und kann Knoten entstehen lassen.
Masturbation ist bei vollständig entfernter Vorhaut ohne Gleitmittel nur eingeschränkt möglich, da die direkte Stimulation der trockenen Eichel mit der Hand als unangenehm bis schmerzhaft empfunden wird. Auch beim Geschlechtsverkehr mit einer Partnerin fehlt das natürliche Gleiten des Penis in seiner Schafthaut, das Eindringen ist erschwert und durch das direkte Reiben an der Scheidenwand kann es vor allem bei älteren Frauen Probleme mit der Trockenheit der Scheide geben. Spielarten wie das Reiben des Penis zwischen den Brüsten funktionieren nur schlecht und können die ausgetrocknete Haut wund werden lassen.
Im Alltag machen sich störendes, ständiges Reiben an der Kleidung (vor allem beim Tragen von Boxershorts) und die Ungeschütztheit des Harnröhrenendes bemerkbar.