Der Wahrheit:
Selters zerlegt Niederhadamar in alle Einzelteile!
Es ist Donnerstagabend und der unangefochtene Spitzenreiter aus Niederhadamar ist in Oberselters zu Gast. Kaum zu glauben, denn Selters verprügelt Mannebach nach allen Regeln der Kunst und siegt mit sage und schreibe 6:1.
Das Spiel beginnt mit einem Paukenschlag: Ein Geschenk der Mannebacher Hintermannschaft nimmt Hamdi Kqiku dankend an, als er nach Roos-Zuspiel den Ball aus 16 Metern unhaltbar in die Maschen hämmert. Oberselters steht zum ersten Mal Kopf. Das Spiel ist sehr intensiv und temporeich, die Akteure schenken sich in der Anfangsphase nichts, auch wenn die SG leichte optische Voreile hat. Eine gute Viertelstunde ist vorüber und es muss eigentlich 2:0 stehen, doch Christian Roos vergibt aus aussichtsreicher Position. Die Strafe folgt auf dem Fuße: Behar Perquku ist auf und davon und kann durch SG-Torhüter Tillmann nur per Foul gebremst werden. Den fälligen Strafstoß verwandelt Kim Bo Young in gewohnt sicherer Manier zum 1:1. Nach einer knappen halben Stunde dann die womöglich spielentscheidende Szene: Raphael Schardt bringt Gegenspieler Göncüoglu zu Fall, Letzterer revanchiert sich mit Nachtreten und erhält vom gut leitenden Schiedsrichter Horn völlig zurecht den roten Karton. Selters wittert wieder Morgenluft und schlägt nur vier Minuten später zu, als Christian Roos einen überragenden Spielzug über Spitzlay und Kqiku mit der Hacke zum viel umjubelten 2:1 für die Gastgeber abschließt. Einen Superlativ für dieses Tor gibt es nicht. Fünf Minuten später findet ein weiterer Treffer des starken Roos bei Schiedsrichter Horn wegen vermeintlichen Abseits keine Anerkennung. Der zweite Durchgang beginnt wie der erste aufhört - nämlich mit einer stürmischen SG, die durch Roos die Vorentscheidung verpasst; Torhüter Klaus reagiert glänzend. Nur kurz darauf jubelt Selters zum dritten Mal, als Jan Trapper eine Hereingabe von Spitzlay unglücklich und unhaltbar ins eigene Netz befördert. Niederhadamar ist der Zahn endgültig gezogen nachdem Hamdi Kqiku nur Sekunden später auf Pass von Markic das 4:1 folgen lässt. Die Wassermänner spielen fortan wie ein Chirurg, der am offenen Herz operiert und blamieren den Tabellenführer bis auf die Knochen. Nicht mal eine Stunde ist gespielt, da steht es nach Kiesergs Treffer 5:1. Selters gleicht einem absoluten Tollhaus, als sich Mannebach endgültig seinem Schicksal ergibt. Den Schlusspunkt für atemberaubend aufspielende Selterser setzt dann abermals Christian Roos nach einem Fehler von Kim (70.). Torhüter Klaus ist auch hier absolut chancenlos. Nach 90 Minuten fällt es schwer einen Spieler herauszuheben, denn die Einheimischen agieren von eins bis vierzehn absolut sensationell und schicken Niederhadamar auch in der Höhe verdient mit 6:1 nach Hause. Bis auf den verwandelten Strafstoß war von den Gästen im Spiel nach vorne überhaupt gar nichts zu sehen. Selters verschafft sich durch den unerwarteten Dreier etwas Luft im Abstiegskampf und erwartet am Sonntag den VfR Niedertiefenbach. Sollte eine ähnliche Leistung in diesem Spiel möglich sein, wird die SG mit dem Abstieg unter Garantie nichts zu tun haben.