das erwartet mich dann morgen übrigens:
Ein gerissenes Band kann nicht genäht werden. Meist wird es ersetzt – in einigen Fällen kann eine kräftige Oberschenkelmuskulatur den Verlust ausgleichen. Den Ersatz für das alte Kreuzband liefert der Körper des Verletzten. Der Arzt entnimmt zum Beispiel die Patellasehne, die sich ebenfalls im Knie befindet, oder die Semitendinosus-Sehne aus dem Oberschenkel. Unter Vollnarkose macht der Arzt sehr kleine Schnitte rund um das Knie, durch die er seine Instrumente und eine winzige Kamera einführt. „Will man die Semitendinosus-Sehne entnehmen, muss man zuerst einen zwei bis drei Zentimeter langen Schnitt über dem Schienbeinkopf machen, wo die Sehne entspringt“, sagt Unfallchirurg Feil. „Durch die Öffnung wird ein spezielles, ringförmiges Messer eingeführt.“ Mit diesem „Sehnenstripper“ trennt der Arzt die Sehne vom Ursprung, fährt dann langsam an ihr entlang und löst ihr Ende von einem darunterliegenden Muskel. Danach muss die etwa 29 Zentimeter lange, dünne Sehne zu einem stabileren Kreuzband umgebaut werden. Dazu legt sie der Arzt drei oder vier Mal zusammen und vernäht die Enden dann miteinander.
Das Transplantat ist am Ende etwa acht Millimeter dick und wird jetzt präzise in den Verlauf des alten, zerrissenen Kreuzbandes eingepasst, das zuvor entnommen wurde. Das vordere Kreuzband verläuft von vorn-unten nach hinten-oben. Der Arzt bohrt deshalb zwei Kanäle – einen vom Schienbeinkopf in das Gelenk, den anderen vom Gelenk durch den Oberschenkelknochen. In den Öffnungen wird das Transplantat verankert und an beiden Enden festgeschraubt. Die Schrauben bestehen aus einem Material, das sich nach rund einem Jahr auflöst. Schon in den ersten drei Monaten verwächst das neue Kreuzband mit den Knochen.