Drei Polizisten von KSC-Hooligans verletzt
Dohmen: 'Zutiefst schockiert'
Auf dem Weg der Besserung befindet sich der bei Ausschreitungen am Rande der Bundesliga-Partie Bochum gegen Karlsruhe verletzte Polizist. Der 46 Jahre alte Polizist war bei einem Einsatz im Karlsruher Fanblock im Bochumer Stadion mit einem Lendenwirbel-Bruch ins Krankenhaus gekommen.
"Er wird vermutlich keine bleibenden Schäden zurückbehalten", teilte ein Sprecher der Polizei Bochum mit. Es laufen nun die Ermittlungen, ob der Beamte der Bereitschaftspolizei durch einen unglücklichen Sturz oder einen Tritt verletzt wurde.
Einem weiteren am Boden liegenden Beamten waren mehrere Tritte gegen Kopf und Körper versetzt worden. Er und ein dritter, leicht verletzter Beamter hatten das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung wieder verlassen können.
Zwei Fans vorübergehend festgenommen
Zu den Ausschreitungen war es gekommen, nachdem der Ordnungsdienst vor dem Spiel einem Karlsruher Fan den Zutritt zur Tribüne verweigert hatte. Aufgebrachte Karlsruher Anhänger der Fangruppe Ultras versuchten daraufhin, diesen Fan doch noch ins Stadion zu bringen.
Als sich darüber eine Schlägerei mit den Ordnern entwickelte, griffen die Polizisten ein. Dabei habe der 46-Jährige einen Schlag in den Unterleib bekommen und sei zu Boden gegangen. Wenig später seien die beiden anderen verletzt worden, so der Sprecher.
Zwei an der Schlägerei beteiligte Fans wurden vorübergehend festgenommen. Die Polizei geht jedoch davon aus, dass sie nicht für die Körperverletzungen verantwortlich sind. Um die Täter ausfindig zu machen, soll nun eine Videoaufnahme ausgewertet werden.
KSC reagiert mit Bestürzung
Der Karlsruher SC reagierte mit Bestürzung auf die Gewalttaten. "Wir sind zutiefst schockiert ob dieser Eskalation der Gewalt", sagte Manager Rolf Dohmen in einer Presseerklärung des Aufsteigers. "Wir als Verantwortliche des Vereins hatten im Stadion unmittelbar nichts von den Vorfällen mitbekommen und erst im Nachhinein davon erfahren." Der KSC kündigte an, alles in seiner Macht stehende zu tun, um zur Aufklärung der Vorfälle beizutragen.
"Solch eine unfassbare Tat muss für diejenigen, die dies zu verantworten haben, mit aller Härte und Konsequenz geahndet werden", forderte Dohmen. Die Karlsruher richteten Genesungswünsche an die betroffenen Polizeibeamten. "Wir hoffen sehr, dass der Vorfall für die Beamten zumindest gesundheitlich ohne Folgen bleibt. Das steht zunächst an oberster Stelle", sagte Dohmen.