RANDALE IN DORTMUND
Deutsche Hooligans attackieren Polizei
In der Dortmunder Innenstadt ist es bereits vor Beginn des WM-Spiels der deutschen Nationalelf gegen Polen zu Krawallen gekommen. Polizisten wurden mit Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen, 120 Hooligans festgenommen.
Dortmund - Polizeibeamte hatten gegen 19.00 Uhr begonnen eine Gruppe gewaltbereiter deutscher Fans einzukesseln, um sie in Gewahrsam zu nehmen. "Die Situation hat dann eine Eigendynamik entwickelt", sagte ein Polizeisprecher. Die Hooligans attackierten die Polizei mit Leuchtkugeln, Flaschen und sogar Tischen, dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Mindestens 120 Personen wurden festgenommen.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Ingo Wolf erklärte kurz vor Mitternacht, insgesamt seien rund 300 Personen festgenommen worden. "Die Chaoten hatten keine Chance dauerhaft zu stören." Die Polizei habe mit 2000 Beamten durchgegriffen.
Viele der Problemfans seien in der Vergangenheit als Gewalttäter aufgefallen, sagte eine Sprecherin der Stadt Dortmund. In der Innenstadt wurden starke Polizeikräfte zusammengezogen. Dort hatten sich Zehntausende von Fans beider Mannschaften versammelt. Nach Polizeiangaben gab es jedoch nur einzelne Auseinandersetzungen.
Am Mittag hatte die Polizei in Dortmund bereits 60 polnische Fans in Gewahrsam genommen, da diese ebenfalls als potenzielle Problemfans eingeschätzt worden seien oder gefährliche Gegenstände wie Totschläger dabei gehabt hätten. 30 Polen wurden am Alten Markt in der Innenstadt gestellt, vier in der Nähe des Stadions aufgegriffen. Um den Alten Markt gibt es zahlreiche Kneipen und Restaurants, die Bildschirme für die Übertragung der WM-Spiele aufgestellt haben.
Auf dem Dortmunder Friedensplatz, wo 7500 Fans das Spiel verfolgen, sperrte die Polizei alle Zugänge, um ein Übergreifen der Randale zu verhindern. In der Dortmunder Arena selbst kam es zu keinerlei gewalttätigen Zwischenfällen.
Vor den ersten Zwischenfällen hatte die Polizei noch einen "ereignisarmen Vormittag" vermeldet. Die in Sicherheitsfragen federführende Zentrale Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) in Neuss hatte die Einschätzung der Dortmunder Behörden bestätigt, dass keine Hinweise auf Störenfriede aus Polen vorlägen.
Insgesamt rechnete die Polizei mit mehreren zehntausend polnischen Fans in der Stadt. Die Zahl der Zurückweisungen erhöhte sich am zweiten Spieltag der Gruppe A im Amtsbereich Frankfurt an der Oder auf 30 Personen. "Es waren doch einige Personen, die bei den Kontrollen nicht den Eindruck von friedlichen Fans machten. Hinweise aus der Gewalttäterdatei der polnischen Behörden führten ebenfalls zu Einreiseverboten", erklärte Jens Schobranski, Pressesprecher des Bundespolizeiamtes Frankfurt an der Oder.
Ohne größere Zwischenfälle verliefen die Public-Viewing-Veranstaltungen an der deutsch-polnischen Grenze bis in die Nacht. "Wir hoffen, dass es so bleibt. Die polnischen Fans haben sich ja schon einmal als gute Verlierer gezeigt", sagte Schobranski.
so an alle dann nochmal
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,151...
mit fotos....