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bruzzler am 30.10.2006
jo
-FrAnCoFoRtE- am 30.10.2006
Karnevalsclub ohne Lacher
Von Philipp Köster

Eigentlich ist alles wie in der vergangenen Saison: Mainz spielt schlecht und hat sich doch verändert. Die Mannschaft wirkt ratlos, der Trainer ist besorgt - und verantwortlich für die Misere. Scheitert der Spaßclub an der eigenen Inszenierung?

Wenn Fans des FSV Mainz 05 in diesen schweren Tagen Trost suchen, schauen sie gerne einmal im größten Mainzer Internet-Portal "Kigges" vorbei. Dort gibt es unter anderem die Schlagzeilen der Mainzer Presse, eine von ihnen zitiert 05-Manager Christian Heidel: "Das Spiel bringt uns nicht um". Das Dumme nur: Die Schlagzeile ist bereits zwei Wochen alt, Heidel kommentierte so die 1:3-Niederlage gegen Aachen. Anschließend verlor Mainz 05 auch noch in Bielefeld (0:1) und daheim gegen Werder Bremen, gegen letztere sogar vernichtend mit 1:6.

Kein Zweifel, es steht nicht gut um den FSV Mainz 05. Sieben Punkte, ein Abstiegsplatz, vor allem aber eine Mannschaft, die meilenweit von der Geschlossenheit der vergangenen zwei Jahre entfernt ist. Ratlos ergab sich das Team am Freitag Abend in sein Schicksal, individuelle und taktische Fehler waren keine gute Mischung, um dem SV Werder Paroli zu bieten.

Dabei sind es nicht einmal die Fakten, die Besorgnis erregen. Rein punktetechnisch unterscheidet sich die aktuelle Situation nicht von der im vergangenen Jahr, damals wie heute hatte der FSV sieben Punkte nach neun Spielen und bis dato wenig überzeugend gespielt. Dass Trainer Jürgen Klopp in den letzten Wochen dennoch nicht mehr daher kommt wie der menschgewordene Dauerkarneval hat seine Gründe eher in den veränderten Rahmenbedingungen seiner Arbeit.

Denn die nicht sonderlich überraschende Tatsache, dass der FSV wieder einmal gegen den Abstieg kickt, hat in Mainz für tektonische Verschiebungen gesorgt. Denn zunächst unmerklich, nun aber umso deutlicher hat sich die Erwartungshaltung vieler Zuschauer geändert. Der jeweils hart erkämpfte, am Ende jedoch ungefährdete Klassenerhalt in den vergangenen beiden Jahren hat bei Teilen des Publikums die irrige Vorstellung entstehen lassen, Mainz habe sich jetzt langfristig in der obersten Spielklasse eingerichtet und könne nun mal langsam nach oben schielen. Trainer Klopp hat diese Haltung unlängst beklagt: "Wenn ich durch die Stadt laufe und sehe in die Gesichter, erkenne ich, dass ein Unentschieden in Dortmund nicht mehr viel wert ist. Ihr müsst euch fragen: Habt ihr euch verändert?"

Diese Kritik am Publikum entbehrt nicht einer feinen Ironie, schließlich sind die Erwartungen ein zwangsläufiges Nebenprodukt der Inszenierung des FSV als sorgenfreier Spaßclub. Diese Inszenierung war natürlich vor allem ein Produkt der Medien, die in den lautstarken Fans, einem begeisterungsfähigen Team und einem eloquenten Trainer alle Zutaten versammelt sahen, um daraus den Holzschnitt eines "ganz anderen" Club zu zimmern, eine Art FC St. Pauli ohne Politik oder ein SC Freiburg ohne den übellaunigen Volker Finke.

Von dieser Welle der Sympathie hat man sich in Mainz zunächst staunend überrollen lassen, später hat man sie als geschäftsfördernd erkannt und dezent befördert. Daran ist zunächst nichts Schlechtes, welches Klischee kann besser sein als das des dauerfröhlichen Davids, der mit taktischer Finesse und Kampfesmut die Goliaths der Bundesliga ärgert. Bisweilen beschlich aber unbeteiligte Beobachter bereits im letzten Jahr der Eindruck, dass manch ein überdrehtes Statement aus Mainz des Guten zuviel war, auch Klopps mediale Dauerpräsenz während der WM gehörte dazu. Denn der ZDF-Job ließ - ob gewollt oder ungewollt - Klopp in eine Sphäre der Showstars aufrücken, in der sich Bundesliga-Trainer mit Vorsicht bewegen sollten. Nicht, dass irgendwann Zweifel aufkommen: Ist das noch Jürgen Klopp oder schon Hansi Hinterseer?

Manch ein Mainzer Zuschauer wird nun einen Lernprozess durchmachen müssen. Dass nämlich die Bundesliga nicht so funktioniert wie "Das Phantom der Oper" oder der "Starlight Express", wo am Ende immer alles gut ausgeht. Dass ein erwürgtes 1:0 daheim ein wertvoller Sieg sein kann. Und dass jeder Bundesliga-Samstag für einen Club wie Mainz ein kleines Geschenk ist. Oder um es mit den Worten eines "Kigges"-Users zu sagen: "Allen früheren und kommenden Nörglern hier wünsch ich mal ein 0:0 vor 6500 Zuschauern Ende November bei Schneeregen gegen Oldenburg."

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Bitteschön.
ozzi am 30.10.2006
kannte den text schon, aber genau so siehts aus!! ziemlich aufn punkt getroffen!!
-FrAnCoFoRtE- am 30.10.2006
Zur momentanen Fan/DFL/Polizei Situation auch sehr nett zu lesen..

-http://www.zdf.de/ZDFheute/inhalt/7/0,3672,399453 5,00.html-

Setze das jetzt mal extra in Striche, einfach kopieren und einfügen..
bruzzler am 30.10.2006
ja trifft gut zu! klopp tut mir halt schon leid! is n guter trainer und hat aus wenig möglichkeiten das maximale rausgeholt.............
Cohen am 30.10.2006
"suchst du streit?" lol junge geh mir nich aufn sack lol
LaBomba am 30.10.2006
was willste denn sonst machen?
Melo_Melo am 30.10.2006
lol
gelöschter Benutzer am 30.10.2006
Freiburg siegt in Lautern mit 3-1 :rosen:
Cohen am 30.10.2006
du sollst mich doch nich nerven oder?

ja burak geil lautern verliert :jump:
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