Der HSV hat Ivica Olic verpflichtet, soll morgen gegen Cottbus schon ran. Geil
Ivica Olic ist da! Die neue HSV-Sturmhoffnung landete gestern um 14.15 Uhr und unterzog sich der obligatorischen dreigeteilten Sporttauglichkeits-Untersuchung (radiologisch, internistisch, orthopädisch). Heute Mittag soll er - vorausgesetzt, alle restlichen offenen Details sind geklärt - offiziell vorgestellt werden und einen Zweieinhalb-Jahres-Vertrag bis 2009 unterschreiben.
Gut möglich, dass Olic, der mit seiner Ehefrau Natali anreiste, bereits morgen im wichtigen Spiel gegen Cottbus mit von der Partie sein wird. Der 27-jährige Kroate, der von ZSKA Moskau zum HSV wechselte, soll um 15 Uhr (unter Ausschluss der Öffentlichkeit) erstmals mit seinen Kollegen in der AOL-Arena trainieren.
"Olic ist eine absolute Vollgranate." Diese sportliche Einschätzung über die neue Sturm-Hoffnung des HSV gab der frühere Hamburger Trainer Klaus Toppmöller (jetzt Nationalcoach von Georgien) ab. Nicht jetzt, sondern schon vor einigen Monaten. Damals, Anfang September 2006, charakterisierte "Toppi" den Champions-League-Gegner des HSV, ZSKA Moskau, und warnte dabei vor Olic. "Der ist immer gefährlich, stand bei vielen Top-Klubs in Europa auf der Einkaufsliste", ließ Klaus Toppmöller im Stadionheft "HSV Live" schreiben. Als hätte er seherische Fähigkeiten . . .
Der HSV wird eine Ablösesumme von zwei Millionen Euro nach Moskau schicken, Olic kam gestern aus Tel Aviv eingeschwebt, wo er mit ZSKA im Trainingslager war, wo er am Wochenende noch beim 3:1-Sieg gegen Maccabi Haifa ein Tor erzielte. Der Mann ist fit. Und er ist bereit, dem HSV im Abstiegskampf zu helfen. "Ivica Olic ist sprintstark, quirlig, torgefährlich, ein perfekter Konterstürmer, er kann auch mal von der Mittellinie losziehen, ohne dass er wieder eingeholt wird. "Diese Sorte Stürmer haben wir aktuell nicht so im Kader, wie wir uns das vorstellen", sagt Sportchef Dietmar Beiersdorfer und fügt an: "Olic war bei ZSKA Moskau immer ein Aktivposten."
Viele Vereine wollten Olic verpflichten, auch Bundesliga-Klubs waren interessiert, ausgerechnet aber Abstiegskandidat HSV machte das Rennen. Dietmar Beiersdorfer erklärt: "Er möchte unbedingt nach Hamburg. Die schöne Stadt, der Verein, das tolle Stadion - das alles hat ihm sehr gut gefallen, als er beim Champions-League-Rückspiel hier war." Natürlich weiß der 1,82 Meter große Ivica Olic, der Vater zweier Söhne ist, wie schlecht es derzeit um den HSV steht. Beiersdorfer: "Er kennt viele HSV-Spieler, und er kann sich nicht vorstellen, dass der HSV absteigt."
Olic, der Deutsch spricht (Ehefrau Natali ist in Deutschland geboren), könnte auch zum Strohhalm für Thomas Doll werden. Morgen gegen Cottbus (20 Uhr, AOL-Arena) geht es nicht nur um wichtige Punkte, sondern auch um den Job des Trainers. Gibt es keinen Sieg, wird es eng für Doll.
Pech für den HSV-Coach: Ausgerechnet einer seiner besten Spieler, Guy Demel, fällt erneut aus. Der Abwehrmann, der monatelang verletzt fehlte, zog sich bei seinem ersten Einsatz in Bielefeld einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und fehlt vier Wochen.
Gut für Thomas Doll aber, dass gestern drei Spieler wieder trainierten, die eine lange Leidenszeit nun abhaken können: Thimothée Atouba, Raphael Wicky und Piotr Trochowski meldeten sich wieder gesund. Atouba und Wicky dürften auch schon wieder im Kader für das Cottbus-Spiel stehen.