Hölzenbein sorgt für den Treffer zum Sieg
Eintracht-Traditionself siegt mit Hölzenbein 3:1 gegen FSV-Edeka-Team / Größte Veranstaltung im Jubiläumsjahr
Vom 07.09.2007
BAD SCHWALBACH Seit 80 Jahren besteht der FSV 1927 Bad Schwalbach. Diesen runden Geburtstag feiern die Fußballer mit zahlreichen Begegnungen auf dem grünen Rasen. Ein Höhepunkt war jetzt das Spiel des FSV-Edeka-Teams gegen die Traditionself von Eintracht Frankfurt.
Von
Thorsten Stötzer
Die Gastgeber zeigten sich aber nicht ganz glücklich mit dem Zuschauerinteresse an diesem Spiel: Nur 180 zahlende Besucher kamen ins Heimbachtal, FSV-Vorsitzender Günther Dworschak hatte auf 500 bis 1 000 Zuschauer gehofft. Dabei hatten die Bad Schwalbacher 30 Nachbarvereine angeschrieben und jeweils zwei Freikarten und zehn reguläre Tickets zum Preis von fünf Euro beigelegt. Die Resonanz fällt ganz schwach aus. Lediglich vier Leute vom SV Neuhof registriert der Kassierer als Gäste, dazu kommt der Vorsitzende des TV Bad Schwalbach, Berthold Müller. "Dieses mangelnde Interesse, gerade bei den Nachbarvereinen, bedaure ich sehr. Das ist traurig", sagt Dworschak. Man müsse sich nicht wundern, wenn andere Bürger dann erst recht fehlten.
Dass ein leibhaftiger Weltmeister im Heimbachtal auflaufen würde - Bernd Hölzenbein - war lange Zeit nicht sicher. Auch sonst haben die Frankfurter Wort gehalten und eine namhafte Elf entsandt. Ihr Kader verfügt über Erfahrung aus über 2000 Bundesligaspielen. Außer Hölzenbein sind Karl-Heinz Körbel, Ronald Borchers und Ralf Falkenmayer seinerzeit zu Nationalmannschaftsehren gekommen.
Im WM-Finale von 1974 hat Bernd Hölzenbein einen Elfmeter herausgeholt, in Bad Schwalbach läuft er nach 41 Minuten an, um selbst einen Strafstoß zu verwandeln. Mit diesem Treffer zum 2:1 dreht der 61-Jährige das Spiel zugunsten der Traditionsmannschaft von Eintracht Frankfurt. Am Ende unterliegt die gastgebende Kombination von FSV Bad Schwalbach und Edeka den Altstars 1:3 (1:2).
Bei den Zuschauern kommen zwangsläufig Vergleiche zu früher auf. Falkenmayer wirkt austrainiert wie einst im Mai 1988, als er mit Bayer Leverkusen den Uefa-Pokal gewann. Nur die Haare sind inzwischen raspelkurz. Ronald Borchers trägt noch immer eine schulterlange Matte - heute allerdings zu einer Halbglatze.
Die Equipe von FSV und Edeka macht es den alten Eintracht-Helden nicht leicht und geht sogar in Führung. Mathias Reis netzt in der siebten Minute ein, nachdem Christian Hock einen Freistoß vors Tor gebracht hat. Der in Kemel ansässige Trainer des Zweitligisten SV Wehen-Wiesbaden ist der einzige Ex-Profi bei den Einheimischen. Als es 1:1 steht, trifft er die Latte.
Harald Krämer egalisiert postwendend die frühe Führung und dann verwandelt Hölzenbein seinen Elfmeter. Ein anderer Prominenter steht derweil an der Seitenlinie und hofft auf einen Einsatz - "wenn der Trainer mir eine Chance gibt". Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende der Eintracht, verstärkt einen Tag nach seinem 59. Geburtstag die Traditionself. In seinem Alter sei er "nicht mehr der Filigranste", gesteht der oberste Manager des Bundesligisten. Was kaum einer weiß: Bruchhagen ist 47 Mal in der zweiten Bundesliga für DJK Gütersloh aufgelaufen. In Bad Schwalbach erkennt er die Frische des Gegners an: "Die sind noch jung und wir ziemlich alt." Dann lässt Teamleiter Harald "Schädel-Harry" Karger Bruchhagen im Mittelfeld ran. Krämer scheitert nach rund einer Stunde am Pfosten, kurz darauf stellt Holger Friz den 3:1-Endstand her. Die Spieler von Edeka und FSV freuen sich hinterher dennoch über das "Späßchen" und spekulieren heiter über ein Rückspiel in der Commerzbank-Arena.
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