Der DWD redet nun schon von -30°C:
Eiseskälte in Teilen Deutschlands:
Während die Energielieferungen aus dem Osten Europas
bekanntermaßen mit Unsicherheiten behaftet sind, ist auf die
atlantische Wärmepumpe noch etwas mehr Verlass. So sorgte der
Wind von der offenen Nordsee her im Zusammenspiel mit dichten
Wolken in Nordfriesland an einzelnen Stationen, wie
beispielsweise an der Wetterstation List auf Sylt und in Leck,
tatsächlich für eine frostfreie Nacht. Das waren aber dann auch
die deutschen Spitzenwerte der Nacht auf Mittwoch. Im
Landesinneren war es dagegen erneut sehr frostig. In dem
bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag durch
Gefrierschranktemperaturen aufgefallenen Gebiet, also etwa von
Nordrhein-Westfalen über Nordhessen und das südliche
Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt bis nach Sachsen und
ins südliche Brandenburg sowie Berlin, wurden auch in der Nacht
zum Mittwoch wieder verbreitet Werte um oder unter -20 Grad
gemessen. Der tiefste Wert im operationellen DWD-Messnetz kam
dieses Mal vom Messfühler Dippoldiswalde-Reinberg mit -27,7
Grad. Derartige Temperaturen lassen die begründete Vermutung
zu, dass es in einzelnen Kältelöchern der Region durchaus
Tiefstwerte in der Nähe der -30-Grad-Marke gegeben haben mag.
Auch in Nordrhein-Westfalen zog die Kälte noch etwas an. Die
bereits in der Vornacht kälteste Station Lippstadt-Bökenförde
lieferte am Mittwochmorgen ein Temperaturminimum von -26,5
Grad. Beide Werte stellen, soviel zur Statistik, für die
relativ jungen Stationen einen neuen Winterrekord dar. Doch
auch an bereist länger bestehenden Messpunkten war die Kälte
durchaus bemerkenswert. So wurde, nicht allzu weit von
Lippstadt entfernt, im Bad Lippspringe mit -23,0 Grad der alte
Winterrekord mit -22,5 Grad vom 16. Februar 1956 unterboten.
Auch im Osten gab es an einigen Stationen neue "Bestmarken", so
beispielsweise am Flugplatz Holzdorf mit -25,2 Grad (bisheriger
Tiefstwert -24,6 Grad vom 2. Februar 1956).
Dipl.-Phys. Ansgar Engel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale