Drehscheibe Frankfurt
München (as/dpa) - Er habe sich bewusst für den schweren Weg entschieden, hat Lukas Podolski diese Woche in einem kicker-Interview gesagt. Der schwere Weg war jener vom 1. FC Köln zum FC Bayern, wo der 21-Jährige seit Wochen die Ersatzbank drückt.
Miroslav Klose und Luca Toni sind gesetzt. Podolski ist bestenfalls Stürmer Nummer 3. Sein Vertrag in München läuft noch bis 2010. "Ich werde mich durchsetzen. Bayern ist die richtige Adresse", sagt Podolski dennoch. Die Führungsetage des FC Bayern zweifelt inzwischen daran.
Uli Hoeneß hat vom Nationalspieler offen "mehr Biss" eingefordert. Trainer Ottmar Hitzfeld, der nach seiner Rückkehr als Podolski-Förderer aufgetreten war, lässt ihn diese Saison lieber auf der Bank. Wer aber auf Dauer draußen sitzt, das weiß auch Podolski, kann kein Nationalspieler sein.
Informierte Kreise prophezeien deshalb für die Winterpause Podolskis Abgang nach Frankfurt. Podolski-Berater Kon Schramm bestätigt gegenüber der tz zahlreiche Anfragen, sagt aber, der Stürmer habe alle abgelehnt.
Eher unwahrscheinlich, dass er nach weiteren neun Wochen als Zuschauer mit Kurzzeit-Einsätzen bei seiner Haltung bleibt, zumal auch die Eintracht ein Personalproblem hat. Schon im Frühjahr hatte Albert Streit zum FC Schalke wechseln wollen. Das Geschäft war gescheitert, weil sich beide Klubs nicht über die Ablöse einigen konnten.
Der 27-jährige offensive Mittelfeldspieler ist zwar noch bis 2009 an Frankfurt gebunden, besitzt aber für 2008 eine Ausstiegsklausel. Käme Podolski, könnte die Eintracht Streit nach Gelsenkirchen ziehen lassen.
Scheinbar sieht sich auch der FC Bayern bereits nach einem Ersatz für Lukas Podolski um. Wie der italienische Tuttosport berichtete, sei der 23-fache mazedonische Nationalspieler Goran Pandev von Lazio Rom mehrfach von den Münchnern beobachtet worden.
Der Vertrag von Pandev, der zuletzt in der Champions League beim 2:2 gegen Real Madrid zweifacher Torschütze war, läuft noch bis 2011. Der hoch verschuldete Klub erwägt einen Verkauf Pandevs. Als Ablöse ist eine knapp zweistellige Millionensumme im Gespräch.