Offenbach gegen Frankfurt. Das sind nicht nur 22 plus x Fußballspieler, die sich auf dem grünen Rasen gegenüberstehen um den sportlichen Sieger zu ermitteln. Nein, am Dienstag (20:30) steht (nicht nur) die gesamte Region Kopf. Schon seit Monaten fiebern Spieler, Verantwortliche und Fans beider Vereine auf diesen Tag. Es ist Derby- Zeit. Die so häufig von Fußballtrainern im Understatement gebrauchte Floskel vom „Spiel wie jedem anderen“ hat an diesem Tage ausgedient. In der 24. Auflage des prestigeträchtigen Duells der beiden benachbarten Fußballclubs geht es erneut um die Vorherrschaft am Main. Der Verlierer wird mit Häme überschüttet und braucht für den Spott nicht mehr zu sorgen. Enttäuschung, Wut und Frust macht sich bei Spielern und Fans des Unterlegenen breit. Der Jubel beim Sieger ist indes grenzenlos und beinhaltet ein gesundes Maß an Schadenfreude. Der Daumen zeigt nach oben. Zumindest für diesen Tag. Die Begegnungen zwischen dem OFC und Eintracht Frankfurt sorgen bereits im Vorfeld für reichlich Zündstoff, nur noch vergleichbar mit dem Derby zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund. Doch aufgrund der regelmäßigen Duelle beider Revierclubs dürfte auch dort die Spannungshaltung geringer sein als bei den seltenen Aufeinandertreffen zwischen dem Zweitligisten aus Offenbach und dem abstiegsbedrohten Bundesligisten aus Frankfurt. Eine Brisanz, die durch die jüngste Talfahrt beider Vereine noch verstärkt wird. Da kommt den Verantwortlichen beider Klubs der nationale Pokalwettbewerb gerade recht. Insbesondere die arg gebeutelte Frankfurter Eintracht, die nach der 1:3- Niederlage in Hamburg erstmals wieder auf die Abstiegsräne abrutschte, könnte mit dem Einzug ins Halbfinale zumindest etwas von dem zuletzt verspielten Kredit bei den Fans zurückgewinnen. Siege im Main-Derby zählen für die Anhänger bekanntlich weitaus mehr als ein Ligatriumph. Und Erfolge der Adlerträger waren zuletzt rar gesät- im neuen Jahr gab es noch keinen. Lediglich drei Remis stehen bislang zur Buche. Bei den Kickers ist die Situation trotz der Negativserie von vier Niederlagen in Folge noch etwas entspannter. Als Tabellenzwölfter hat der OFC noch sechs Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Der Aufsteiger spielt eine beachtliche Runde, die nun mit dem Pokalerfolg gegen den großen Rivalen gekrönt werden soll.