Er sagte mir nur, dass Materazzi etwas sehr ernstes zu ihm gesagt hat, er es mir aber nicht erzählen wolle. Er wird in den nächsten Tagen darüber sprechen", erklärte Zidanes Agent Alain Migliaccio dem britischen Fernsehsender BBC.
Gerätselt wird nun, was der italienische Abwehrspieler zum Franzosen gesagt haben könnte. Brasiliens führende Fernsehanstalt Globo hat daher einen Lippenleser zu Hilfe geholt, mit dem Ergebnis, dass Materazzi Zidanes Schwester zweimal als Prostituierte bezeichnet und den französischen Spielmacher dann mit einem sehr derben Wort beschimpft haben soll.
"Ich möchte Materazzi auf die Schnauze hauen"
Frankreichs Nationalspieler William Gallas fährt schwere Geschütze gegen den "Zidane-Provoka- teur" auf.
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Die Urteilsverkündung im italienischen Fußball-Skandal wird sich voraussichtlich verzögern. Eventuell werde der vorsitzende Richter Cesare Ruperto die Urteile erst am kommenden Freitag oder Samstag bekannt geben, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera" am Dienstag. Ursprünglich sollte die Entscheidung am Dienstag oder am Mittwoch fallen.
Laut der französischen Sporttageszeitung L'Equipe soll Materazzi Zidane als "Terrorist" bezeichnet haben. "Das ist absolut nicht wahr. Ich weiß nicht einmal, was das bedeutet", wehrte sich der Defensivmann beim Empfang der italienischen Mannschaft in Rom am Montagabend. "Die ganze Welt hat doch an den Fernsehapparaten gesehen, was passiert ist", so Materrazi.
Am Dienstag folgte dann aber in der Mailänder Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport zumindest ein "Teilgeständnis". "Ich habe Zidane beleidigt", gab der 32-Jährige zu, "ich habe aber bestimmt nicht Zidanes Mutter erwähnt. Für mich ist eine Mutter heilig." Was er aber gesagt hat, bleibt immer noch Objekt der Spekulationen.
Unterdessen scheint die Mehrheit der Franzosen ihrem Fußballstar seinen Ausraster verzihen zu haben. Wie die Zeitung "Le Parisien" am Dienstag unter Berufung auf eine Meinungsumfrage schrieb, tragen 61 Prozent der Befragten Zidane seinen Kopfstoß gegen die Brust von Materazzi nicht nach. Nur 27 Prozent wollen Zidane sein unsportlichesVerhalten nicht nachsehen.
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Die FIFA hat die Urteile gegen die argentinischen Nationalspieler Leandro Damian Cufre und Maxi Rodriguez wegen ihrer Vergehen während der Tumulte nach dem Viertelfinal-Aus gegen Deutschland verhängt.
Cufre, der nach der Partie in Berlin den deutschen Abwehrspieler Per Mertesacker mehrfach getreten hatte, ist von der FIFA-Disziplinarkommission für vier Pflichtspiele gesperrt worden. Zudem muss er 6100 Euro (10.000 Schweizer Franken) Geldstrafe zahlen. Reservespieler Cufre hatte von Schiedsrichter Lubos Michel (Slowakei) im Laufe der Tumulte nach dem Elfmeterschießen die Rote Karte gezeigt bekommen.
Cufres Landsmann Maxi Rodriguez, der Bastian Schweinsteiger bei den Tumulten auf den Hinterkopf geschlagen hatte, wurde von der FIFA für zwei Pflichtspiele gesperrt. Hinzu kommen 3050 Euro (5000 Franken) Geldbuße.
Ebenfalls für zwei Pflichtspiele wurde der Engländer Wayne Rooney vom Weltverband gesperrt. Der Stürmer war im Viertelfinale in Gelsenkirchen gegen Portugal nach einem Tritt gegen Ricardo Carvalho mit Rot vom Platz gesellt worden. Er muss ebenfalls 3050 Euro (5000 Franken) Geldstrafe bezahlen.